Ökologische Verbesserung der Hunnebecke (2019)

Die Hunnebecke entspringt nördlich von Nienberge und mündet südlich der Bauernschaft Schonebeck in den Krummen Bach, der wiederum unweit des Zusammenflusses in die Münstersche Aa mündet. Die Hunnebecke ist derzeit als ein deutlich beeinträchtigtes Flachlandgewässer mit unzureichender ökologischer Durchgängigkeit zu bewerten. Die in den 1970er Jahren durchgeführten Maßnahmen zur Wasserführung sowie die Landwirtschaft prägen den vorherrschenden, geradlinigen und befestigten Verlauf des Hunnebecke. Der heutige Durchlass NN 1200/1400 unter de B 54 bildet z.Zt. eine Totalsperre mit Blick auf die ökologische Durchgängigkeit. Am 28. Juli 2014 ging ein Starkregenereignis mit rd. 290 mm Regen in 6 Stunden über Münster nieder. Vor allem in Nordwesten des Stadtgebietes kam es zu extremen Überflutungen. 

In Münster-Nienberge trat die Hunnebecke über die Ufer und überflutete Teile der Siedlung am Waltruper Weg.  Die gravierenden Vernässungsschäden an privaten und öffentlichen Grundstücken und Gebäuden veranlassten die Stadt Münster zur Planung und Umsetzung folgender Entwicklungsziele: Herstellung einer verbesserten ökologischen Durchgängigkeit zwischen Ober- und Unterlauf am Durchlass B54, Reduzierung der Abflussspitzen für ungedrosselte Einleitungen aus der Stadtentwässerung (Verminderung des hydraulischen Stresses durch die Reduzierung der Fließgeschwindigkeit und Sohlschubspannung im Gewässer), gewässerökologische Aufwertung (Initialisierung einer Naturstrecke durch Böschungs- und Vorlandabsenkung zur Verbesserung der Mäandrier- und Ausuferungshäufigkeit des Gewässer), betriebliche Verbesserung durch Möglichkeit zum Verzicht auf Schutzgitter, höhere Sicherheit gegen Verstopfungen und Sicherstellung des ungehinderten Abflusses. 

Die Hunnebecke wird im Bereich der Sekundäraue auf einer Strecke von 200 m aus ihrem heutigen Gewässerbett gehoben und in geschwungenem Verlauf durch diese geführt. Entfesselt und somit für die Eigendynamik vorbereitet werden sich Gleit- und Prallhänge ausbilden. Totholzelemente reichern die Sohl- und Uferstrukturen bei gleichzeitiger Sicherung an. Die bisher rechtwinkelige Einmündung eines Nebengewässers in die Hunnbecke wir in einem Bogen in Fließrichtung sowohl hydraulische als auch ökologisch verbessert geführt. Zukünftig liegt das Nebengewässer in Bereich der Sekundäraue mit einer aufgeweiteten Gewässersohle und Niedrigwasserrinne. Die Maßnahme wurde zwischen Ende Oktober und Ende November 2019 durchgeführt.

vorher: Begradigter Verlauf, aufwärts

vorher: Alter, begradigter Verlauf, aufwärts 


vorher: Steinschüttung in der Gewässersohle

vorher: Steinschüttung in der Gewässersohle


vorher: Nebengraben in die Hunnebecke

vorher: Nebengraben der Hunnebecke


vorher: Fläche der geplanten Sekundäraue

vorher: Fläche der geplanten Sekundäraue


Anlage der neuen Gewässertrasse, aufwärts (Nov. 2019)

Anlage der neuen Gewässertrasse, aufwärts (04.11.19)


Bodenabtrag an der neuen Sekundäraue (Nov. 2019)

Bodenabtrag an der neuen Sekundäraue (04.11.19)


Neuer Durchlass und neues Gewässerprofil unterhalb, aufwärts (Nov. 2019)

neuer Durchlass und neues Gewässerprofil unterhalb, aufwärts (11.11.19)


Neues Gewässerprofil unterhalb des Durchlasses, abwärts (Nov. 2019)

neues Gewässerprofil unterhalb des Durchlasses, abwärts (11.11.19)


Böschungsabflachung am alten Gewässerprofil, abwärts (Nov. 2019)

Böschungsabflachung am alten Gewässerprofil, abwärts (11.11.19)


Böschungsabflachung am alten Gewässerprofil, aufwärts (Nov. 2019)

Böschungsabflachung am alten Gewässerprofil, aufwärts (11.11.19)


Übergang vom alten in das neue Gewässerprofil, abwärts (Nov. 2019)

Übergang vom alten in das neue Gewässerprofil, abwärts (11.11.19) 


links altes und neues Gewässerprofil, rechts Einmündung des Nebengrabens, aufwärts (Nov. 2019)

links altes und neues Gewässerprofil, rechts Einmündung des Nebengrabens, aufwärts (11.11.19)


Neugestaltung des Nebengewässers, abwärts (Nov. 2019)

Neugestaltung des Nebengewässers, abwärts (11.11.19)


Anlage der neuen Gewässertrasse und Bodenabtrag an der neuen Sekundäraue, aufwärts (Nov. 2019)

Anlage der neuen Gewässertrasse und Bodenabtrag an der neuen Sekundäraue, aufwärts (11.11.19)


rechts neues Gewässerprofil und Sekundäraue; links der alte Gewässerverlauf, aufwärts (Nov. 2019)

rechts neues Gewässerprofil und Sekundäraue; links der alte Gewässerverlauf, aufwärts (27.11.19)


Neues Gewässerprofil und Sekundäraue, aufwärts (Nov. 2019)

Neues Gewässerprofil und Sekundäraue, aufwärts (27.11.19)


Neues Gewässerprofil und Sekundäraue, aufwärts (27.11.19)


Neues Gewässerprofil, aufwärts (27.11.19)


rechts Einmündung des umgestalteten Nebengewässers, aufwärts (Nov. 2019)

rechts: Einmündung des umgestalteten Nebengewässers, aufwärts (27.11.19)


Neues Gewässerprofil und Sekundäraue, abwärts (27.11.19)